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Grundregeln Hund / 2


Folgende Schritte sollten Sie als Grundregeln betrachten und

auch beachten.


Gewöhnen Sie den Welpen an sein neues "Haus" und an die neue Umgebung.

Spaziergänge sollten anfangs im Wald, auf Wiesen und Feldwegen stattfinden.

Heranführung des Welpen an mäßig belebte Straßen.

Nach Möglichkeit sollten Sie mit dem Welpen einmal wöchentlich eine Welpenspielgruppe eines qualifizierten Hundeplatzes in Ihrer Nähe aufsuchen. Hier werden in der sensiblen Welpen-Phase optimale Grundlagen für ein schönes, problemfreies Hundeleben geschaffen. Mit der Teilnahme kann bereits im Welpenalter von 8 Wochen begonnen werden, denn alles, was der Welpe in den folgenden 6-8 Wochen erfährt und erlebt ist beinahe unauslöschbar in seinem Gedächtnis verankert. Das wachsende Selbstbewusstsein des Welpen resultiert aus seinem Spielerlebnis mit Gleichaltrigen, aber auch aus dem Spiellernen mit seinem geliebten Rudelführer, der gleichzeitig mitlernt und so eine gewisse Sicherheit in Umgang mit dem Welpen bekommt.

Lassen Sie den Welpen von fremden Menschen streicheln und füttern (natürlich nur von den selbst mitgenommenen Leckerle).

Man sollte den Welpen nicht ständig ohne Leine herumlaufen lassen, denn dies ist der verlängerte Arm und gibt ihm Sicherheit. In Stresssituationen kann der Welpe dann auch nicht weiter ausweichen oder weglaufen; dies ist nur so weit möglich, wie die Leine lang ist.

Das einzig richtige ist, den Welpen langsam an seine neue Umwelt und dessen Andersartigkeit heranzuführen. Hat der Welpe sich an seine neue Heimat, mäßig belebte Straßen usw.. gewöhnt, steigert man langsam den Radius der Umwelt und der Belastbarkeit. Lassen Sie ihn in den ersten 2 Wochen möglichst nicht lange alleine zurück, damit keine erneute Trennungsangst in ihm geweckt wird.

Sollte er sich einmal ängstlich oder zurückhaltend verhalten, dürfen Sie auf keinen Fall den Welpen mit streicheln beruhigen, sondern nur mit Worten. Streicheln wird nämlich als Lob aufgefasst und der Welpe verbindet damit, dass er sich richtig verhalten hat. Somit würden Sie ein Fehlverhalten Ihres Welpen unterstützen und fördern.

Wenn er sich vor etwas fürchtet, gehen Sie ohne zu streicheln immer wieder in diese Situation. Sie werden sehen, der Welpe gewöhnt sich von selbst daran. Zeigt sich der Welpe unbefangen, also gleichgültig, wenn ein Auto vorbeifährt, er sich von Fremden streicheln lässt oder angstfrei mit Artgenossen spiel, sollten Sie ihn ausgiebig loben und mit einem Leckerchen belohnen.

Oberstes Gebot: Einen Welpen schlägt man nicht und schreit ihn auch nicht an!

Ebenso sperrt man ihn nicht in Toilettenräume oder sonstiges ein, um einmal Ruhe vor ihm zu haben. Tiere in diesem Alter sind überaus sensibel und das Vertrauen des Welpen würde schwinden.

Das Vertrauen ist eines der wichtigsten Dinge, um mit dem späteren Leben fertig zu werden.

Lassen Sie den Welpen erst einmal stark werden, also unterdrücken Sie ihn nicht. Spätere Untugenden können Sie ihm immer noch abgewöhnen. Man lässt ihn mit Artgenossen spielen, aber nur dann, wenn diese ihn nicht ständig überrennen oder unterdrücken. Zeigt es am Anfang Angst, auf keinen Fall bemitleiden, da muss er alleine durch. Zeigt er sich gleichgültig, d.h. angstfrei, dann bitte Loben!

Lernen kann ein Hund nur in angstfreier Umgebung und lernen heißt spielen. Jetzt können Sie sagen, ich lasse keinen Welpen bis er groß ist im Haus und Garten, dann werden mir sicherlich keine Fehler passieren. Genau das wäre aber der größte Fehler, den Sie machen können. Ohne seine Umwelt, dessen Reize und Einflüsse kann sich der Welpe nicht entwickeln und sein Wesen festigen.

Besitzen Sie bereits einen zweiten Hund, sollten Sie folgendes beachten!

Ihr erwachsener Hund darf den Welpen nicht unterdrücken, ständig überlaufen oder Spielsachen wegnehmen. Dadurch kann der Welpe abstumpfen und zurückhaltend bis scheu werden. Er wird dann automatisch gegen alles vorsichtig. Sollte Ihr anderer Hund scheu, aggressiv oder geräuschempfindlich sein, sollten sie mit beiden Hunden getrennt spazieren gehen. Wenn Sie Besuch erwarten, sollten Sie den scheuen Hund in ein anderes Zimmer bringen. Denn logischerweise schaut sich der Welpe dieses Fehlverhalten vom älteren Hund ab.

In Kürze heißt das: Positive sowie negative Eigenschaften lernt der Welpe von seinem Partnerhund!

Ein Welpe, der mit einem ängstlichen oder aggressiven Hund aufwächst, wird zu 90% ebenfalls ängstlich oder aggressiv. Besitzen Sie einen ängstlichen Hund, dürfen Sie ihn nur mit dem Welpen zusammen spielen lassen, wenn er sich in gewohnter und angstfreier Umgebung befindet.

Ein Hund, der fremde Menschen ständig anbellt, ist für den Welpen ebenfalls nicht von Vorteil. Bellen bedeutet Gefahr. Dadurch würde der Welpe Fremde mit Gefahr verknüpfen und vorsichtig werden. Ist Ihr anderer Hund natürlich ausgeglichen, ruhig und zu Fremden zutraulich oder unbefangen, ist dieses ein immenser Vorteil für den Welpen, wenn er mit einem solchen aufwachsen kann. Der ruhige ausgeglichene Hund wird diese positiven Eigenschaften an den Welpe weitergeben.

Dies alles führt zu einer konsequenten Haltung unseres Hundekindes. Ich hoffe, dass es Ihnen hiermit gelingt, langsam und zielstrebig den Welpen an alles zu gewöhnen und wünsche Ihnen mit Ihrem neuen Familienmitglied viel Freude.





Eingetragen von wau-wau | Aufrufe: 1174
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