Aggressionsunarten/2
Aggressions Unarten



Angstbeissen

Obwohl das Zuschnappen eines ängstlichen Hundes sich von einer dominanzbedingten Aggression kaum zu unterscheiden scheint, hat dieses Angstbeißen andere Ursachen und erfordert andere Gegenmaßnahmen. Der Angstbeißer ist unsicher und versteckt sich eher hinter den Beinen seines Besitzers als ein aggressives Tier.Das Problem hat bei manchen Hunden seine Ursache in einer unzureichenden Sozialisierung, kann aber bei einigen Rassen auch genetisch bedingt sein. Die Umerziehung sollte langsam und behutsam erfolgen, vielfach ist professionelle Hilfe angezeigt.

Aggressiv aus Angst

Der Angstbeißer sendet häufig zwiespältige Signale aus. Der Hund sitzt vielleicht geduckt dicht neben seinem Besitzer und wedelt unterwürfig mit dem Schwanz, doch dann macht er plötzlich einen Satz nach vorn. Tiere mit dieser Verhaltensstörung haben meist ein schwach ausgeprägtes Selbstvertrauen. Wenn Sie Ihre Autorität im Training, wie bei einem aggressiv - dominanten Hund durchsetzen, steigern Sie nur noch das unterentwickelte Selbstbewusstsein des Tieres.


Gegenmassnahmen

Sie brauchen am besten die Hilfe eines Freundes oder eines Hundeausbilders. Der Hund sollte an der langen Leine geführt und vor der Übung nicht gefüttert werden. Ihr Helfer, der einen Leckerbissen in der Hand hält, geht davon.

Gestatten Sie dem Hund, auf Ihren Freund zuzugehen und den Leckerbissen aus der offenen Hand entgegenzunehmen. Der Helfer sollte den Hund nicht ansprechen und mit dem Rücken zu ihm hinknien, so dass jeder Blickkontakt vermieden wird.

Wiederholen Sie mehrmals die Schritte und beim nächsten Versuch wendet der Helfer seinen Körper leicht dem Hund Hund zu. Auch dabei entsteht kein Blickkontakt zwischen ihm und dem Tier.

Nach mehreren gelungenen Übungen im Laufe einiger Tage gehen Sie zur nächsten Phase über. Wiederholen Sie die ersten Schritte, wobei der Helfer dem Hund das Gesicht zuwendet und abermals kniet.

Gehen Sie nun mit Ihrem Hund auf Ihren Freund zu, der dabei stehen bleibt. Er schaut in die Richtung des Tieres, vermeidet aber einen Blickkontakt. Er reicht ihm den Leckerbissen und tritt dann zurück. Wenn der Hund in dieser Situation Angst bekommt, wiederholen Sie noch einmal den vorausgegangenen Schritt.

Gehen Sie auf den Helfer zu, und sobald der Hund den Leckerbissen nimmt, loben Sie ihn und streicheln seine Flanken. Ihr Freund sollte dabei noch immer den Blickkontakt mit dem Hund vermeiden, aber er darf sich leise mit Ihnen unterhalten. Bis dieses Stadium erreicht ist, vergehen wahrscheinlich einige Wochen.

Wenn sich der Hund ruhig und selbstsicher verhält, während Sie ihn streicheln und Ihr Helfer ihm einen Leckerbissen reicht, sollte auch dieser ihm die Flanken streicheln. Nachdem Sie diese Übung mehrere Male wiederholt haben, nehmen Sie eine kleine Veränderung vor: Ohne einen Blickkontakt herzustellen, sollte der Helfer den Hund streicheln, bevor er ihm die Futterbelohnung gibt.



Angst vor Hunden

Die Angst vor anderen Hunden kann daher rühren, dass der Hund in der Jugend keinen Umgang mit Artgenossen hatte oder dass er vom Besitzer all zu sehr behütet wurde. Sie können aber auch die Folge davon sein, dass das Tier früher einmal verschreckt oder gebissen worden ist.


Abgewöhnung

Machen Sie mit einem Freund, der einen braven Hund besitzt, einen Spaziergang im freien Gelände, und ermitteln Sie die Distanz, bei der Ihr Hund keine Angst vor dem anderen Tier hat. Belohnen Sie Ihren Schützling mit Leckerbissen und Liebkosungen, wenn er sich entspannt verhält. Verkürzen Sie den Abstand jeden Tag ein wenig, bis Ihr Hund schließlich angstfrei neben dem anderen hergeht. Eine solche Umerziehung dauert gewöhnlich drei bis sechs Wochen.






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Eingetragen von wau-wau | Aufrufe: 1239
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